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1

Dienstag, 13. September 2011, 21:24

Mitgliederwerbung - wie?

Hallo,

ich singe neben meinem Ensemble ja noch in einem gemischten Chor mit sehr langer Tradition. Alle zwei Jahre werden interessante Projekte durchgeführt, allerdings haben auch wir ein großes Problem: Überalterung (was sich auf die musikalische Qualität auswirkt) und so gut wie keinen Zuwachs von neuen Mitgliedern. Leider ist auch die Chorgemeinschaft nicht so besonders, allerdings wären die musikalischen Rahmenbedingungen (wie Probenraum, Chorleitung usw.) perfekt.
Wie kann man für so einen Chor neue, frische Mitglieder finden? Wie macht ihr das in euren Chören?
Liebe Grüße
ich

Heiko

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2

Mittwoch, 14. September 2011, 14:46

... Leider ist auch die Chorgemeinschaft nicht so besonders ...
Und gerade das ist für mich das Wichtigste. Wie soll ein "Jungsänger" Spaß haben wenn die Gemeinschaft nicht so dolle ist.
Der Erfolg bzgl. vernünftiger Gesang stellt sich erst später durch die Probenarbeit ein - vorher muss die Gemeinschaft den
Sangesanwärter "warm" halten :-)

Wir haben ziemliches Glück, unser Altersschnitt ist in den letzten Jahren (ich würde sagen massiv) runtergegangen.
Bei uns ist so ziemlich alles vertreten von um die 20 bis ins hohe Alter.
--
Schöne Grüße, Heiko

MGV1853 - 1. Bass
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3

Donnerstag, 15. September 2011, 12:25

Bei uns im Frauenchor kommen neue Sängerinnen dazu, wenn wir einen Auftritt mit moderner Literatur haben.
Der Männerchor stagniert - die sind nicht bereit sich von ihrer traditionellen Literatur zu trennen - das wollen aber die Jungen
im Moment nicht singen.
Beste Grüße
Lerche
:)

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Heiko

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4

Donnerstag, 15. September 2011, 12:30

Der Männerchor stagniert - die sind nicht bereit sich von ihrer traditionellen Literatur zu trennen - das wollen aber die Jungen
im Moment nicht singen.
Also wir sind auch ein reiner Männerchor - singen eigentlich nur traditionell (bis auf wenige Ausnahmen) und haben sogar schon mit den Vorbereitungen für unser Weihnachtskonzert angefangen ( Kurze Hose T-Shirt und O du fröhliche :D ) das hat dem Zulauf in den letzten Monaten nicht geschadet ...
--
Schöne Grüße, Heiko

MGV1853 - 1. Bass
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5

Donnerstag, 15. September 2011, 13:22

Hm, gut für euch :-) Bei uns laufen die beiden Männerchöre - was Eintritte anbelangt - gerade gar nicht


Nach den Herbstferien fangen wir auch mit den Weihnachtskonzertproben an - da singen wir dann auch zum großen Teil traditionell ;-)
Beste Grüße
Lerche
:)

6

Mittwoch, 12. Oktober 2011, 15:41

Ich finde, man darf nicht verlangen, dass ein Chor sich von traditioneller Literatur trennt, viele Sänger und auch Zuhörer haben Spaß daran. Es sollte nur bunter gemischt sein, sodass auch etwas für die Jüngeren dabei ist.

Unsere Sängerinnen sprechen immer wieder andere Frauen an, auf Festen, bei Konzerten, im Familien- und Bekanntenkreis ... man muss tatsächlich viel selber aktiv sein bei der Suche - und man muss hartnäckig sein. Wir haben in kurzer Folge zwei neue Sängerinnen bekommen, eine dritte war gestern da, hoffentlich bleibt auch sie bei uns. :thumbsup:

Und stimmt: die Gemeinschaft sollte natürlich schon einigermaßen sein. Klar kann man nicht mit jedem supergut, aber man muss das ja nicht ständig auf der Stirn tragen. Leben und leben lassen, dann dürfte das doch funktionieren. In einem Chor müssen eben alle sich engagieren, auch wenn sie nicht im Vorstand oder Orga-Team sind.
Beste Grüße,
Katja
(1. Sopran)

Maumker Frauenchor "Cantare" 2000

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7

Samstag, 22. Oktober 2011, 23:37

Auch wenn der letzte Beitrag schon ein paar Tage her ist. Meinen Senf möchte ich dazu geben.

Als engagierter Chorleiter habe ich mich selbst dazu verschrieben, nicht nur die Chöre vom Sterben zu bewahren, sondern ihnen neues Leben einzuhauchen. Bei meinem letzten Chorschaffte ich es. Wir wurden mehr, trotz einiger alterbedingter Austritte.

Bitte nicht übel nehmen. Aber ich höre immer "traditioneller Gesang". Gegenfrage: Was ist das eigentlich? Was ist der traditionelle Gesang in Deutschland? Meist wird das so genannt, was im 19. Jahrhundert als modern bezeichnet wurde. Es entscheidet rein die Sichtweise. Und hier gibt es viele, nennen wir sie einmal "alte verbohrte", die darauf beharren wollen und meist mit der Erpressung kommen, sie würden aufhören, wenn etwas neues gesungen werden sollte.

Nun, nach meinem Umzug, habe ich neue Chöre gesucht. Ich habe einen Männerchor gefunden, der verstanden hat, dass neue Sänger nicht mit dem bisher dahergebrachten gewonnen werden können, ebenso einen eigentlich überalteten gemischten Chor, der etwas neues aus sich machen will. Zwei Chöre habe ich und zwei weitere haben mich abgelehnt. Ich denke, sie werden in ihrer Borniertheit in den nächsten Jahren untergehen oder einen anderen Chor benötigen, damit sie dort integriert weiter existieren können.

Für mich gibt es keine alte, konventionelle, konservative, klassiche, moderne, oder wie immer geartete Musik. Es gibt gute und schlechte. Deshalb sollte die Spannweite von den gregorianischen Chorälen bis zu meinetwegen ABBA, Freddy Mercury usw. reichen. Auch als Chorleiter muss man über seinen eigenen Schatten springen (ich bin Kirchenmusiker) und versuchen, dem Chor, den man gerade leitet, das Beste zum Weiterleben mitgeben. Auch wenn einer oder zwei einmal austreten. Wenn fünf neue kommen, ist das in Ordnung.

Und die Mitgliederwerbung? Am besten ist es, wenn die Leute eine Aufführung hören, die ihnen gefällt. Nur dann werden sie kommen. Das ist langwierig, aber von Erfolg gekrönt.
Beste Grüße, Joachim
Frei nach dem Motto: "Music was my first love"

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Joachim Fischer« (22. Oktober 2011, 23:43)


8

Dienstag, 25. Oktober 2011, 22:13

danke für eure Antworten.

Wahrscheinlich wird es bei uns auf eine Umstrukturierung des Chores hinauslaufen. Wie genau das vor sich gehen wird, ist noch in der Planungsphase, aber sicher ist, dass es den Chor nicht mehr lange geben wird, wenn so weitergemacht wird wie bisher.
Ich halte euch auf dem Laufenden.
Liebe Grüße
ich

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9

Samstag, 29. Oktober 2011, 18:38

Hallo ich,

da bin ich wirklich darauf gespannt. Normalerweise ist die Folge, dass Sängerinnen und Sänger der neuen Struktur fern bleiben. Ich bin neugierig, wie viele. Bin auch der Überzeugung, dass in vielen Fällen eine erste Verkleinerung am Anfang eine Verbesserung der Qualität, im späteren Stadium werden es sicher mehr. Man muss aber sehr aktiv sein und mit dem verbesserten Gesang an die Öffentlichkeit gehen.
Beste Grüße, Joachim
Frei nach dem Motto: "Music was my first love"

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10

Samstag, 29. Oktober 2011, 18:52

kleine Threadänderung?

Gleichzeitig mit meinem Vorbeitrag ist mir etwas eingefallen, das mir im großen und ganzen besser gefällt. Die Aussage "Mitgliederwerbung - wie?" ist schwierig. Denn schließlich suchen wir alle nach Mitgliedern.

Besser fände ich es, wenn in einen Chor neue Mitglieder gekommen sind, aus welchem Grund Sie gekommen sind. Dies sollten die Forumsmitglieder mitteilen. Oder was denkt ihr darüber. Das Konkurrenzdenken können wir dabei weg lassen. Denn ich denke, dass wir alle ziemlich weit auseinander sind.
Beste Grüße, Joachim
Frei nach dem Motto: "Music was my first love"

Heiko

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11

Sonntag, 30. Oktober 2011, 12:46

Mitgliederwerbung funktioniert eigentlich nur direkt durch die Sänger ...

Bei uns sind bisher fast alle neuen Sänger durch den "Komm doch mal mit und schau es Dir an.."-Effekt zu uns gestoßen.
Die meisten bleiben dann dabei weil es ja eigentlich von der ersten Minute an Spaß macht.

Ich betreue nun schon einige Jahre unsere Internetseite - hier ist einmal in der ganzen Zeit eine Anfrage eines
Sängers gekommen, der beruflich bedingt in unsere Nähe zieht und auf der Such nach einem neuen MGV ist ..
--
Schöne Grüße, Heiko

MGV1853 - 1. Bass
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12

Sonntag, 30. Oktober 2011, 14:30

ich bin zB aus dem Grund dazugestoßen, weil ein durchaus professionelles Probenniveau herrscht (v.Seiten der Chorleiter) und wegen der Aussicht, große Chorwerke singen zu können. Allerdings muss man sich in der ersten Zeit schon ziemlich durchbeißen, weil einem die Chormitglieder mit großer Arroganz begegnen (die allerdings nicht angebracht ist). Daher ist der einzige Grund, dabei zu bleiben, die Musik. Chorgemeinschaft = 0, deshalb ist es auch nicht verwunderlich, wenn niemand bleibt (es kommen nämlich durchaus regelmäßig welche zum Schnuppern).
Sollte es zu keiner Umstrukturierung kommen, würde ich den Chor wieder verlassen.
Liebe Grüße
ich

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13

Sonntag, 30. Oktober 2011, 14:45

Dann drücke ich mal die Daumen das die Umstruckturierung die Gemeinschaft stärkt und verbessert, wobei ich mich allerdings frage, wie das gehen soll..

Wir haben auf der einen Seite die ganzen laufenden Veranstaltungen des Chores - auf der anderen Seite noch so Dinge wie "Auch wenn keine Probe ist, singen ist trotzdem im Stammlokal" :-) - In der Sommerpause wird regelmäßig zusammen mit dem Rad gefahren - Golfwochenden mit Zelten auf dem Golfplatz und natürlich "Schnuppergolf" - letzten Freitag war Dartturnier - Skatturnier kommt auch noch - etc. pp usw - und alles ist kein muss - wer nicht kommt, ist halt nicht da und fertig. Das Ganze geht nur, wen alle an einem Strang ziehen. (Bischen stolz bin ich schon auf unseren Chor, ich kenne das seit 1989 nicht anders.)
--
Schöne Grüße, Heiko

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Dienstag, 1. November 2011, 08:46

Dann mal auch von mir die erfolgreichsten Mitgliederwerbungen:

1. von mir als Chorleiter - Musikänderung in Richtung Musical, Pop der letzten 20 Jahre - brachte innerhalb von 4 Jahren 20 % neue Sänger (an der Größe des Chores gemessen)
2. Familiennachmittag ders Vereins Ende August (Bayern = Ferien) brachte innerhalb von 3 Jahren 5 % Sänger und 15 % passive Mitglieder.

Interessant dabei, die alten Stücke, die weiterhin gesungen werden, wurden von den jungen Sängern und Sängerinnen genauso gerne mitgesungen. Probleme gab es mit den 55 - 65-jährigen, männlich wie weiblich. Darüber und darunter war alles bestens. Auch in Englisch.
Beste Grüße, Joachim
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15

Dienstag, 1. November 2011, 08:51

ich bin zB aus dem Grund dazugestoßen, weil ein durchaus professionelles Probenniveau herrscht (v.Seiten der Chorleiter) und wegen der Aussicht, große Chorwerke singen zu können. Allerdings muss man sich in der ersten Zeit schon ziemlich durchbeißen, weil einem die Chormitglieder mit großer Arroganz begegnen (die allerdings nicht angebracht ist). Daher ist der einzige Grund, dabei zu bleiben, die Musik. Chorgemeinschaft = 0, deshalb ist es auch nicht verwunderlich, wenn niemand bleibt (es kommen nämlich durchaus regelmäßig welche zum Schnuppern).
Sollte es zu keiner Umstrukturierung kommen, würde ich den Chor wieder verlassen.

Das verstehe ich eigentlich nicht. Und ist typisch deutsch, denke ich einmal. Da kommen neue Sänger und die werden blockiert. Aktuell noch in drei Chöre involviert, demnächst vielleicht vier, werden bei allen dreien ein neuen Mitglied mit einem "Hurra" begrüßt. Bei einem Chor bekommt er sofort einen entsprechenden Paten zugeteilt, der ihn entsprechend einführt und unterstützt. Vielleicht wäre das die bessere Lösung im Chor. Schlage es doch einmal vor. Vielleicht nutzt es etwas.
Beste Grüße, Joachim
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Dienstag, 1. November 2011, 11:07

1. von mir als Chorleiter - Musikänderung in Richtung Musical, Pop der letzten 20 Jahre - brachte innerhalb von 4 Jahren 20 % neue Sänger (an der Größe des Chores gemessen)
Respekt, da häte ich auch mal richtig Lust drauf, aber leider leider stoßen solche Vorschläge bei uns immer wieder auf taube Ohren.
Die kommende Hauptversammlung ist nicht mehr weit, ich werde das Thema mal wieder ansprechen.

Das Thema Musikänderung - weg vom "Standardzeugs" wäre doch mal einen eigenen Thread wert - oder? :)
(Was wird gesungen, was kommt am besten an, auch bei Älteren Mitgliedern etc.)
--
Schöne Grüße, Heiko

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17

Sonntag, 19. Februar 2012, 21:14

Hallo, ich wollte das Ganze mal wieder auf einen aktuellen Stand bringen:

in einer Diskussion mit allen Mitgliedern wurde festgestellt, dass es so nicht weitergehen kann und dass es auch keine Chance gibt (aufgrund des hohen Alterdurchschnittes und anderer Punkte), neue jüngere Mitglieder dauerhaft an den Chor zu binden.
Deshalb wurde auf den Vorschlag einer Neustrukturierung eingegangen, d.h. es werden Leute für einen Kammerchor gesucht (mit Altersgrenze bei Neuaufnahme) und dieser soll dann parallel zum "alten" Chor proben und auch auf höherem Niveau musizieren. Aber es würden trotzdem hin und wieder gemeinsame Projekte gemacht werden.
Wir haben jetzt jede Menge Werbung gemacht, Mundpropaganda, Internet, Zeitungen,... und in 3 Tagen findet ein Infoabend statt, wo dann (hoffentlich) so viele Neue kommen werden, dass der Kc realisiert werden kann.
Zu verlieren gibt es nichts.
Ich bin sehr gespannt...
Liebe Grüße
ich

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18

Donnerstag, 23. Februar 2012, 22:45

Hallo ich,

und, wie ist es ausgegangen?
Beste Grüße, Joachim
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19

Freitag, 24. Februar 2012, 17:40

viel kann man noch nicht sagen, zum Infoabend sind 14 neue Leute gekommen (3 haben sich entschuldigt, wollen aber beim nächsten Mal kommen). Es sind zu 99% durchaus gute bis sehr gute Stimmen und es scheinen auch alle interessiert zu sein, zumindest hat von denen keiner gesagt, dass er nicht mehr zur nächsten Probe kommt. Aber es sind natürlich noch viel zu wenig, v.a. bei den Männern siehts noch nicht so gut aus. Man muss auch bedenken, dass in unserer Stadt eine große Konkurrenz herrscht, mit einigen qualitativ hochwertigen Chören.
Aber ein Anfang ist gemacht, die nächste Probe angesetzt und die PR-Maschinerie läuft auf Hochtouren weiter.

Ich halte euch auf dem Laufenden.
Liebe Grüße
ich

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »ich« (24. Februar 2012, 17:50)


Heiko

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20

Freitag, 24. Februar 2012, 23:19

:-) Klasse, hoffentlich habt ihr viel Erfolg !
--
Schöne Grüße, Heiko

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