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  • »MGVOberhausen« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 5

Wohnort: Rheinhausen

Beruf: Techn. Kaufmann

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1

Dienstag, 23. Juni 2015, 13:55

Werden Traditionen noch gelebt

Es ist ruhig geworden im Forum, schade, schade!!!!!

Vor einigen Tagen sind wir nach der Probe noch gemütlich beisammen gesessen und haben uns im Laufe des Abends auch über die
alten Zeiten unterhalten.
Hier wurde von einem Sangesbruder aufgeführt, was damals alles unter dem Jahr noch unternommen wurde:
Teilnahme an der Fasnacht, hier nicht nur beim Umzug, sondern auch mit einer Gruppe auf der Bühne an der Prunksitzung,
singen am 1.Mai morgens ab 6.00 Uhr, Treffen nach der Probe in einer Wirtschaft und dort noch einige Lieder geschmettert,
morgentliches Singen an einem Adventssonntag usw..

Das waren Traditionen, die über die Jahre gewachsen und genauso über die Jahre wieder schleichend verschwunden sind.
Was in unserem Verein noch geblieben ist, ist die Teilnahme an der Fronleichnamsprozession, Teilnahme am Patrozinium und
am Volkstrauertag.

Einige von uns bedauern, dass nicht mehr unternommen wird, aber es geht nicht mehr.

Wie sieht es bei Euch aus?
Werden Traditionen noch gelebt und aufrechterhalten?
Hat man diese überhaupt angefangen?

Ich würde mich freuen, wenn einige Kommentare erscheinen würden.

Weiter wäre es schön, wenn es mal wieder etwas über geplante oder durchgeführte Konzerte zu lesen gibt.
Leider mußten wir unser Jahreskonzert absagen, wegen Mangel an Sängern.
Unsere Zukunft sieht nicht rosig aus, der wie sagt man so: "Gestorben wird zuletzt"

Grüße aus Baden Württemberg
Uwe
vom MGVOberhausen
:D :D :D

Heiko

Inventar

Beiträge: 482

Wohnort: Viersen

Beruf: Selbstständig EDV/IT

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2

Mittwoch, 24. Juni 2015, 15:21

Hallo Uwe, ja, hier tut sich (fast) nichts mehr - Schade, aber was will man machen ....

Traditionen - werden bei uns gepflegt und bestimmen eigentlich durchweg den Jahresablauf, egal ob "Angrillen" mit Frauen nach den Sommerferien, oder Nikolauskaffee (Da kommt tatsächlich noch der NIkolaus mit seinem Helfer und lobt oder tadelt den Sängernachwuchs - manchmal auch den einen oder anderen Sänger :thumbsup: ), weiterhin das Cäcilienessen am Jahresende, dann unser Morgenkonzert, an dem mehrere Chöre teilnehmen und für einen guten Zweck gesammelt wird und als abschließende Krönung das Weihnachtskonzert.
Unser Chor beteiligt sich ebenfalls mit einer Abordnung (Schwarze Husaren) an Schützenfesten des Ortes.
Achja, die jährliche Vatertagstour hätte ich fast vergessen.
Dann unsere Ausflüge - im Wechsel - das eine Jahr mit Frauen eine Tagestour - das folgende Jahr dann Ausflug des Chores, ein komplettes Wochenende.

Bei uns ist so einiges los :D

Auf der "Strecke geblieben" ist der Karnevalszug, zum Jubiläum wurde noch mal mit einer Abordnung teilgenommen.

Das gesellige Zusammensein nach den Proben gibt es immer noch, aber nicht mehr so wie früher. Heute müssen etliche Sänger noch den Heimweg mit dem Auto antreten, oder Samstags arbeiten etc.
Da bleibt dann sowas auf der Strecke. Ich erinnere mich auch gerne so an die Anfänge der 90'er (bin seit '89 dabei), da wurde dann Freitagsabends nach der Probe noch mal richtig gezaubert. :thumbup:

Schade zu hören, das ihr so wenige seid. Hoffe das ändert sich bald wieder.

(Ach ja, wir sind aktuell (ich glaube 59 Mann))
--
Schöne Grüße, Heiko

MGV1853 - 1. Bass
- Boardadmin -

3

Donnerstag, 2. Juli 2015, 16:52

Tradition ist Bewahrung des Feuers und nicht Anbetung der Asche.

Es gibt doch das obige Zitat, angeblich von Gustav Mahler, oder auch der Spruch: "Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit!"

Die Frage ist wirklich, welche Tradition es wert sind, fortzuführen und am Leben zu erhalten. Kommt auch nur EIN guter Tenor oder Bass in den Chor, weil die Fahne für Tausende von Euros renoviert wurde oder weil es einen Vereinsausflug gibt? Ich bezweifele es.

Sollten die Tradition nicht statt im Geselligen eher im Eigentlichen, sprich in der chorischen Ausbildung gepflegt werden: z.B. "In unserem Chor ist es Tradition, dass wer bei der Generalprobe fehlt, bei der Aufführung nicht mitsingt." Das wäre doch auch eine Tradition!


In unserem Chor wurde früher (so ist es überliefert) bei Fasching auch viel mehr gemacht, Bälle, ganze Abende mit Publikum usw. Ganz früher war die Weihnachtsfeier am Nachmittag des 25. Dezember. Es gab viele Prozessionen mit der Fahne. Es gab Gastgeschenke bei Liederabende. Es gab Festschriften. Es gab eine dirndlartige Damentracht. Es gab diese lustige Schals. Es gab bei Jubiläumsfeiern einen "Weckruf" um 6 Uhr früh.


Nicht jede Tradition überlebt und das ist gut so.

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Heiko

Inventar

Beiträge: 482

Wohnort: Viersen

Beruf: Selbstständig EDV/IT

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4

Samstag, 4. Juli 2015, 11:50

Hy, was die Fahne angeht - ab einem gewissen Alter, finde ich, sollte man dieses Stück Geschichte hüten und Pflegen und wenn notwendig in Stand halten oder setzen lassen.

... Traditionen ... ja, kurz gesagt, wenn diese nicht künstlich hochgehalten werden und der Großteil des Chores sich auf eine Aktion/Tradition fruet und frewiliig mitmacht .. dann läuft sie Sache.
--
Schöne Grüße, Heiko

MGV1853 - 1. Bass
- Boardadmin -

Beiträge: 63

Wohnort: Berlin

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5

Sonntag, 5. Juli 2015, 13:05

Wie angekündigt, will ich hierzu etwas sagen. Grund ist eine große Enttäuschung.
Traditionell gab es jedes Jahr in der Sommerpause unser Grillfest, das war auch immer eine gute Gelegenheit, Freunde dem Chor näher zu bringen, die sich nicht direkt zu einer Chorprobe trauen. Die geselligen Veranstaltungen wurden von meinen Freunden schon immer gerne angenommen.

Weil wir, der Chor, nur einer von vielen Mietern in unserem Probenheim sind, müssen Termine abgesprochen werden, an welchen wir Garten und Räume nutzen können.
Organisatorisch ist da eine Panne passiert, es stand auf einmal kein Freitag und kein Samstag mehr zur Verfügung. Also haben wir beschlossen, einen Donnerstag zu nehmen, weil wir ja auch immer donnerstags proben und die meisten sich den automatisch freihalten. So war´s dann auch - es gab viele Zusagen.

Unser Sänger, der das immer organisiert, Grill aufbauen, anheizen, grillen, Tische aufstellen, Girlanden anbringen usw. sagte aber, dass er an einem Donnerstags keinesfalls vor 19:00 Uhr da sein kann, weil auch er noch berufstätig ist. Die Vorbereitungen müssen also von anderen vorgenommen werden, er würde das dann ab 19:00 Uhr übernehmen.
Na denkste denn, es hätte sich jemand gefunden, der das macht??? Die saßen alle stumm da und keiner regte sich. Hallo???? Wir haben eine Woche später nochmal angefragt mit der Androhung, dass diese Tradition aufgegeben wird, wenn sich keiner zur Mitarbeit bereit erklärt. Kein Zucken! Mich packt die pure Enttäuschung...

Ich will niemanden zu nahe treten, wenn ich sage, das sind alles Renter, abends sind keine Enkel mehr zu betreuen und Seniorenschwimmen ist morgens usw.
Mir ist bewusst, dass ich hier falsche Ansichten an den Tag lege. Ich sitze im Vorstand und kann so natürlich nicht öffentlich auftreten, aber es ärgert mich innerlich - dermaßen!
Ich bin berufstätig und bringe nicht wenig meiner Freizeit für den Chor auf und manche Sänger kommen zur Chorprobe, setzen sich auf die bereit gestellten Stühle, singen und gehen wieder nach Hause. Die räumen keinen Stuhl weg, die bereiten nichts vor, die setzen sich nur in gemachte Nester und lieber geben sie alte Traditionen auf, als einmal etwas mit anzupacken. Das macht mich wütend! Auch wenn ich im Vorstand sitze, wie soll man dagegen angehen?

Ich denke, man muss sich damit abfinden, dass Chöre immer älter werden, die Flexibelität verloren geht und auch sonst die Qualität der Geselligkeit abwärts geht.
Das ist schade. Am 30.05. hatten wir ein Konzert (siehe anderer Threat) mit anschließenden Kommers. Wir hatten 60 Zusagen und dementsprechend einen Caterer bestellt.
Ganz spontan hat der böse DFB um 17:00 Uhr entschieden, abends ein Pokal-Endspiel zu veranstalten, sowas von spontan, das ist schon gemein. Da müssen wir vom Vorstand doch einsehen, dass ca. 10 Leute lieber nach Hause vor den TV gehen, als ihrer Zusage zum Buffet nachzukommen. Auch der Gastchor muss nicht beleidigt sein, immerhin haben wir ja schon zusammen gesungen, da muss man nicht auch noch nach dem Konzert zusammen hocken... Glücklicherweise haben sich andere Zuhörer nach dem Konzert ebenso spontan entschieden, noch mit uns zu kommen und wir konnten die Buffetkosten ganz gut abfangen, eine Enttäuschung war es trotzdem.

Derzeit sprechen wir diese Situationen in Sitzungen mit dem Vorstand, als auch dem erweiterten Vorstand (mit Stimmführern, und Veranstaltungsobmännern usw.) durch.
Die Richtung geht dahin, dass wir die Buffets zukünftig selber (unsere Frauen, wir lieben sie!!!) herstellen. Das soll das Gemeinschaftsgefühl stärken, Kritiken am Buffet werden sich minimieren (wer meckert schon über die eigenen Herstellungen) und auch finanziell sollte sich das positiv auswirken. Wer nichts am Buffet macht, zahlt Eintritt. So oder so ähnlich könnte das mal werden, wir müssen das noch "feinplanen".

Wie sehen eure Erfahrungen aus? Habt ihr Ratschläge aus ähnlichen Situationen???

Ich wünsche euch einen schönen Sommer - Berlin um die 40°C... 8)

Matthias Funk, 1. Baß

Schriftführer
Berliner Liedertafel 1884 e.V.

www.berliner-liedertafel.de

6

Montag, 6. Juli 2015, 11:03

Hallo zusammen,


man kann wissenschaftlich belegen, dass es im Laienchorbereich einen Zusammenhang gibt zwischen der musikalischen Qualität einer Chordarbietung und der gemeinsam verbrachten Zeit als Gruppe.
Die Forschung hat nun lange geglaubt, dass die Tätigkeit des gemeinsamen Singens selbst gruppendynamische Prozesse anstößt, die zu einer Verbesserung der gemeinsamen Leistung auf der Bühne führen.
Dies wollte man vor wenigen Jahren wissenschaftlich untermauern und hat recht umfangreiche Erhebungen zu diesem Thema gemacht.
Das Ergebnis war niederschmetternd: Es gibt bei Laienchören keinen Zusammenhang zwischen der Probenzeit an sich und der musikalischen Qualität. Dabei hat man natürlich den Lern- und Leistungszuwach durch die Probenzeit an sich herausgerechnet. Aber, es machte halt keinen Unterschied, ob die Probenzeit in einzelne Sänger, Kleingruppen oder den ganzen Chor gesteckt wurde: Das Ergebnis blieb gleich.
Also hat man weiter gesucht und ist auf folgenden Zusammenhang gestoßen: Das gemeinsame Singen erzeugt keine Gruppe - es setzt eine Gruppe voraus!
Die Chöre, in denen man sich persönlich kennt, in denen man mehr als die Hälfte der MitsängerInnen mit Namen kennt, in denen man auch Zeit miteinander verbringt, in der eben KEINE Musik macht, sondern sich sozial als Gruppe vernetzt, diese Chöre hatten am Ende die besten Ergebnisse.

Ein Rat also an alle Chorleiter, die gute musikalische Ergebnisse haben wollen: Lasst ein soziales Miteinander in den Chören leben und wachsen.

Im Zusammenhang mit sterbenden Traditionen (die sich ja in vieler Weise außermusikalisch abspielen) kann man dann nur sagen: Das wird natürlich mit wachsendem Alter immer schwieriger, aber es wird auch immer wichtiger!
Also muss man daran arbeiten...


Beste Grüße
Ein Chorleiter

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7

Sonntag, 19. Juli 2015, 01:09

Hi,

mein Ensemble besteht zwar erst sein 4 Jahren, aber selbst hier haben sich schon einige "Traditionen" eingebürgert.

Ich finde es sehr wichtig, dass nicht nur gemeinsam gesungen wird, sondern auch außerchorische Aktivitäten gemacht werden. Wir waren dieses Jahr bei der Hochzeit einer Chorkollegin. Aufgrund der langen Anreise (600km) haben wir ein ganzes Wochenende miteinander verbracht. Die gemeinsame Zeit hat uns allen sehr gut getan und das Zusammengehörigkeitsgefühl weiter bestärkt. Auf der Rückreise haben wir noch in Bayreuth einen Zwischenstopp gemacht und in allen geöffneten Kirchen spontan und unvorbereitet (Noten hatten wir keine dabei) ein kleines 15-Minuten-Konzert gesungen. Es war uns egal ob uns jemand hört oder nicht, wir sind einfach im Kreis gestanden und haben es genossen, zu singen. Das war echt ein berührendes Erlebnis.

Fix bei uns ist auch unsere Neujahrsfeier. Nachdem zu Weihnachten sowieso bei jedem viel los ist, quetschen wir nicht auch noch eine Weihnachtsfeier rein sondern holen es im neuen Jahr nach. Ein perfekter Start in die neue Saison nach den Weihnachtsferien :)

Im Sommer gibts dann ein Grillfest, zu dem jeder seinen Teil beiträgt.

Ich stimme Wittiko zu: die Chemie muss im Chor einfach stimmen, es wirkt sich sonst auch auf die musikalische Qualität aus
Liebe Grüße
ich

Beiträge: 95

Wohnort: Nürnberg

Beruf: Handelsfachwirt

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8

Freitag, 13. November 2015, 15:40

Da hat Wittiko ganz recht.
Das soziale Miteinander ist sehr wichtig. Alle zwei Jahren machen wir in dem einen Chor eine Reise, die wir so als spontane Konzertreise ergänzen. Sei es bei Kirchenbesuchen, wie erwähnt oder ähnliches. Kommendes Jahr ist Kärnten dran, 2014 war es Südtirol, Aufführung in der Kirche in Meran, 2012 war es in Dresden in der Frauenkirche usw. In den Zwischenjahren immer einen Tagesausflug.

Jedes Jahr kurz vor Weihnachten gibt es ein Weihnachtsessen beim Griechen. Und noch ein paar kleinere Zwischentreffen je nach Bedarf oder Lust.
Beste Grüße, Joachim
"Music was my first love"

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