Unsere Chorleiterin macht mit uns in der wöchentlichen Probe locker 20 min Stimmbildung am Anfang. Stimmbildung heißt, wie Katja schon sagt, Technikübungen für den gesamten "Gesangsapparat".
Wichtig ist da quasi der Unterschied zwischen "Einsingen" und "Stimmbildung". Einsingen bedeutet, ein paar Töne anzusingen (die üblichen Übungen wie "die Tonne", Halbtonfolgen etc), um die "Stimme warmzumachen". Leider wird dabei oft überhaupt nicht auf die richtige Technik geachtet, so daß dabei so Phänomene bei rauskommen wie auch bei uns im Verein, daß die Sänger sehr ungern Einsingen machen, weil sie "danach schon abgesungen sind"

Stimmbildung heißt dagegen, daß du lernst und übst, so zu singen, daß du völlig ohne "Verschleißerscheinungen" singen kannst. Ich halte problemlos mehrere Ganztagsproben durch, selbst wenn ich sehr hoch singen muß - ich bin danach nie heiser, im Gegenteil, meine Sprechstimme ist auch "wie geölt"
Beispiele wären dafür die Dinge, die Katja schon nannte. Das Zwerchfell trainieren und nutzen lernen, den Luftstrom kontrollieren lernen, der Stimme mehr Klang und weniger "Hauch" geben, ohne Anstrengung in allen dir möglichen Registern klare Töne produzieren lernen durch die entsprechenden Übungen.
Leider läßt sich das so schriftlich nicht wirklich beschreiben, das muß dir jemand vormachen und dich korrigieren... Wie Katja sagt - sprich einfach mal deine Chorleiterin an! Es gibt auch in den Chorverbänden Seminare dafür.
Was ich dir aber schonmal mit auf den Weg geben kann, ist sozusagen ein Versuch

Probier mal, so zu singen wie eine Opernsängerin, auch wenn du dir dabei total bescheuert vorkommst. Meine Chorleiterin sagt immer, je blöder das Gesicht, desto näher dran am guten Ton

Also einfach mal Augen weit auf vorm Spiegel, Mund auf, Zähne auseinander und versuchen, die Stimme in den Kopf zu holen (heiße Kartoffel im Mund, den Ton in die Stirn holen, wie auch immer) und mit möglichst wenig Luftwiderstand im Kehlkopf zu singen. In dieser Position singst du einfach mal nur ein O - erste Übung: Luft gut nutzen, laß sie strömen ohne Druck.
Dann probier auf einem dir angenehmen Ton mal rum, welche unterschiedlichen Klangfarben du dem O geben kannst, wie unterschiedlich es klingt, wenn du den Mund weiter auf oder weiter zu machst. Generell gilt: Man hat den Mund immer weiter zu als man denkt, trau dich ruhig mal, aufzumachen und den Ton rauszulassen. Dabei nimmst du die Singhaltung ein (Oberkörper gerade, Schultern unten und etwas zurück, Brustkorb offen, Zwerchfell in Hab-Acht-Stellung). Beobachte mal, wie der Ton sich verändert, wenn du den Oberkörper zusammenfallen läßt oder zu sehr anspannst etc. Du wirst denke ich von selbst merken, wieviel Einfluß diese Kleinigkeiten auf deine Stimme haben, und nichts anderes bewirkt eine gute Stimmbildung - du lernst, genau DAS herbeizuführen, was deine Stimme schön klingen läßt. Auch ein guter Tip: Bewege die Schultern beim Singen, kreisen lassen z.B., das lockert die Brustmuskulatur und du vermeidest die Anspannung, die sich durchs heftige Konzentrieren einschleicht