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Berliner Liedertafel

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Sonntag, 8. November 2009, 21:56

Ich bin ja schon etwas dabei, aber trotzdem, hier bin ich..

Hallo,
hier bin ich. Mein Name ist Thomas H. Reiche, ich bin aus Berlin und singe im 1. Bass der Berliner Liedertafel, kurz BL. Ich bin Stimmführer meiner Stimme und gehöre damit zum erweiterten Vorstand, was toll klingt aber wenig bedeutet. Ich schreibe ziemlich regelmäßig für unsere Vereinszeitschrift, den Merker. Ich habe mal als Kind im Kirchenchor gesungen und dann eine lange Zeit ausgesetzt. Vor 3 Jahren fuhr ich mit nach Afrika. Es machte viel Spaß und ich blieb als Sänger dabei. Inzwischen bin ich Stimmführer im 1. Bass und (leider mit 42 Jahren) einer der jüngeren Sänger.
Für Fragen stehe ich gern zur Verfügung.
Nun zur BL:
Für einen Überblick über uns nutzt vielleicht die Homepage etwas: http://www.berliner-liedertafel.de/
Ansonsten möchte ich ein wenig etwas erzählen:
Die Berliner Liedertafel wurde vor 125 Jahren (wir sind im Jubiläumsjahr) gegründet. Gründer war Adolf Zander. Die Berliner Liedertafel setzt damit eine ältere Tradition fort. In Berlin gab es vorher schon Chöre mit dem Namen. Ich will das hier nicht zu lang machen, deshalb, wer sich für unsere Geschichte interessiert, ein kurzer Blick zu Wikipedia da findet man unter dem Link http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Liedertafel etwas zu unserer Geschichte, es steht ja auch einiges auf der Homepage.
Aktuell haben wir etwa 40 Sänger (das könnten gerne mehr werden) und 100 Mitglieder (auch da ist ausbaubar!). Wir haben ein sehr weites Feld, welches wir besingen. Klassische Literatur genauso, wie modernes, Gospel, fremdsprachliche Literatur und so weiter.
Aktuell ist Vincent S. Jaufmann unser Chorleiter. Ein junger Mann, der auch komponiert.
Vor 3 Jahren reiste die Berliner Liedertafel nach Namibia und Südafrika, dieses Jahr nach Freiberg (mit zwei Auftritten gemeinsam mit dem Freiberger Männerchor) im nächsten Jahr geht es nach Japan (Sänger(!!) und Mitreisende sind noch willkommen). Zu Weihnachten steht wieder ein Weihnachtskonzert in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche an. Gerade hatten wir unser Jubiläumskonzert.
Ansonsten nahmen wir am Chorfest in Bremen (letztes Jahr) teil. Wir empfangen immer wieder gern befreundete Chöre und engagieren uns auch sozial. In diesem Zusammenhang singen wir in Alten- und Pflegeheimen oder organisieren, wie letztes Jahr, ein Benefizkonzert für den Turm der Berliner Gedächtniskirche, ein Mahnmal gegen den Krieg. An diesem Konzert nahmen über 100 Sänger aus verschiedenen Chören teil!
Aber auch Spaß und große gesellschaftliche Ereignisse sind unser Ding: Wir eröffneten das renovierte Komponistendenkmal im Tiergarten, wir sangen zum Empfang des Regierenden Bürgermeisters aus Anlass der Verleihung der Europäischen Filmpreise im Bodemuseum. Wir haben im letzten Jahr mit dem Bundespräsidenten zusammen gesungen (erst für ihn, dann gemeinsam.. siehe: http://www.youtube.com/watch?v=5ETYb6i5d7A ) und wir sind wegen unseres Jubiläums in der WELT und der Berliner Morgenpost interviewt worden. ( ein Link: http://www.morgenpost.de/printarchiv/ber…t_spiessig.html )

Als erste Infos..
MfG
Thomas H. Reiche
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Sonntag, 8. November 2009, 22:04

Zur Geschichte der Berliner Liedertafel

Die heutige BL ist in diesem Jahr 125 Jahre alt. Sie setzt aber eine ältere Tradition fort:

Eine Liedertafel ist ursprünglich eine Tafelrunde nach dem ideellen Vorbild König Artus oder Arthurs Tafelrunde, eine solche von gleichgesinnten Freunden, „die, verschieden in Beruf und Stellung, einig waren in idealer Gesinnung, besonders in begeisterter Liebe zum Gesang“ (vgl. Hermann Kuhlo: Geschichte der Zelterschen Liedertafel). Die Zeltersche Liedertafel in Berlin war die älteste ihrer Art, welche aus diesem Idealgedanken entstanden war. Nach ihrem Vorbild gründeten sich später im deutschsprachigen Raum unzählige Liedertafeln. Das ursprüngliche Ideal der Liedertafel ging jedoch zugunsten der Vortragskunst mehr und mehr verloren. Bei späteren Liedertafeln steht neben der Geselligkeit stärker die Vortragskunst im Mittelpunkt, während sich die Zeltersche Liedertafel eher als geschlossener Kreis verstand und nicht offen auftrat.
Heute existieren unzählige Chöre unter der Bezeichnung Liedertafel, einer speziellen Bezeichnung von Chorvereinigungen im deutschsprachigen Raum. Am 24. Januar 1809 durch den Direktor der Sing-Akademie zu Berlin, Carl Friedrich Zelter, gegründet, wurde sie auch die Zeltersche Liedertafel genannt und war der erste reine Männerchor der deutschen Geschichte.

Die (Jüngere) Berliner Liedertafel (von 1819)
1819 wurde die „Jüngere Berliner Liedertafel“ (oder auch Jüngere Liedertafel zu Berlin) durch Ludwig Berger, Bernhard Klein, Gustav Reichardt und Ludwig Rellstab gegründet. Sie underschied sich radikal von der elitären, romantischen Zelterschen Tafelrunde, so gab es auch ein demokratisches Statut. Hier versammelte sich die Generation von jungen Veteranen der Befreiungskriege und brachte ihre freiheitlichen und patriotischen Ideen ein. Dieser Hintergrund erklärt auch die seinerzeit gepflegte heroische Liedkultur.

Die (Neue) Berliner Liedertafel (von 1884)
1884 wurde von Adolf Zander die neue Berliner Liedertafel als Zusammenschluss von mehreren kleineren Chören gegründet. Bereits zum Ende des Gründungsjahres zählte der Chor schon 117 Sänger. In der Wilheminischen Ära gehörte die Berliner Liedertafel mit über 250 Sängern zu den größten Männerchören Deutschlands. Der Chor unternahm weite Auslandsreisen (Österreich, Rumänien, Schweden, Frankreich, Baltikum, Italien, Russland, Ägypten, USA, Japan) und gab zusammen mit dem Philharmonischen Orchester Berlins große Konzerte.

Soviel zu unserem Hintergrund....

Thomas H. Reiche
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Berliner Liedertafel« (8. November 2009, 22:36)


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Sonntag, 8. November 2009, 22:28

Die neue Liedertafel....

Zeitraum 1884 ... 1913

Die Berliner Liedertafel wurde im Jahre 1884 vom Königlichen Musikdirektor Adolf Zander gegründet. Der Zusammenschluss mehrerer kleinerer Chöre ermöglichte Zander die Bildung eines von Beginn an als Männerchor wirkenden leistungsfähigen Ensembles. So zählte der Chor bereits am Ende des Gründungsjahres 117 Sänger. Berliner Zeitungen brachten nach dem 1. Konzert in der „Singakademie zu Berlin“ im Februar 1885 lobende und ermutigende Berichte.

Hier ein Zitat: „... man kann mit Genugtuung constatieren, dass die Leistungen weit über Erwarten gut ausfielen... Es war hohe Zeit, dass der Männergesang in Berlin aus der Sphäre des Bierphilistertums herausgehoben und zu einem mitzählenden Factor im öffentlichen Kunstleben gemacht wurde...“

Schon in den folgenden Jahren des Bestehens konnte die Berliner Liedertafel ihre ersten Konzertreisen im Inland durchführen. Anlässlich des 10-jährigen Bestehens (1894) gab der Chor ein Festkonzert in der alten Berliner Philharmonie. Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhundertes reiste der Chor u.a. nach Österreich, Rumänien und Schweden.

1899 unternahm der Chor eine große Italienreise mit Stationen in Mailand, Genua, Florenz, Neapel und Rom. Viele kleinere und einige große Reisen folgten, so u.a. nach Königsberg, Riga, Sankt Petersburg (dort Empfang durch den russischen Zaren, Nikolaus I.), Stockholm - und 1913 Kairo. Der Chor umfasste damals 254 aktive Sänger.

Heute:

Heute singen noch rund 40 aktive Sänger in 4 Stimmen in der BL. Inzwischen sind wir einer der wenigen Männerchöre in Berlin, die wieder wachsen. Es sind im Moment 2 Sänger die uns ganz aktuell gerade testen. Dabei geht es in beide Richtungen: Gefallen wir? Gefällt unser künstlerisches Repertoire? Aber auch, genügen die Sänger unseren Ansprüchen?
Meist werden die Fragen positiv bewertet...

Wir waren in den letzten Jahren in Italien und vor drei Jahren in Namibia und Südafrika und werden nächstes Jahr wieder nach Japan reisen...
Außerdem besuchen wir Freunde in Deutschland, wie gerade in Freiberg mit 2 Auftritten oder davor in Klein Schmalkhalden in Thüringen (3 Auftritte).

Wir sind stark sozial und gesellschaftlich engagiert. Dazu zählen Auftritte in Pflegeeinrichtungen, in Altersheimen. Aber auch Auftritte, wie den zur Eröffnung des Komponistendenkmals oder das Benefizkonzert zur Rettung des alten Turms der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Aber auch gesellschaftliche Ereignisse stehen auf unserem Programm: Empfang beim Bundespräsidenten, Empfang des regierenden Bürgermeisters von Berlin im Bodemuseum und und und..
Wer mehr wissen will schaue auf unser HP http://www.berliner-liedertafel.de/ , schaue hier in den Kalender oder lese hier einfach...
MfG
Thomas H. Reiche
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Sonntag, 8. November 2009, 23:03

Mal so etwas erzählt....

.. über uns, meine Einstellung und so..

Mein Avatarbild ist bei uns in den Räumen der BL im Zuge der Feier eines Sängers zu seinem 75ten.
Heute nahm ich einen befreundeten Sänger im Auto mit (nach dem Skat). Wir quatschten über Chöre, über mangelnden Nachwuchs (siehe Thema: Männer und singen) und unsere Wege zur BL. Er ist auch so mit rund 40 Jahren dazu gekommen und meinte: "Schade, dass ich nicht früher angefangen habe zu singen." -- Dem kann ich nur zustimmen.
Persönlich bin ich erblich vorbelastet: Mein Vater sang schon in der BL (2. Bass, auch Stimmführer), mein Großonkel (auch im 1. Bass, Kassenprüfer). Seit ich denken kann begleitet mich die BL und ich hab ihr einige Erlebnisse zu verdanken: Reisen und Kontakte rund um die Welt.
Wenn wir etwas veröffentlichen, dann wird es in den USA gelesen, in Kanada, in Japan, in Australien, in Afrika und natürlich in Europa, nicht nur im deutschsprachigen Raum.
Wir verstehen uns auch als Botschafter, wenn wir im Ausland sind, für unser Stadt, unser Land und unsere Kultur. Mal ehrlich, was verbindet mehr als die Musik? Wir haben mit San gesungen, für Regierungsmitglieder, für ganz normale Menschen. Wir haben mit ihnen gesprochen und Freundschaften geschlossen. Ob dies nun im Vatikan war oder in der CSSR vor der Wende, es brachte Menschen zusammen, in einer ganz einfachen Weise. Das ist toll!!

Es ist wenig und doch auch sehr viel... sucht euch etwas, wo auch Ihr Euch einbringen könnt!

Thomas H. Reiche
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Montag, 9. November 2009, 09:34

Wieder was dazu gelernt - bzügl. der "Liedertafel" - Ich hatte idabei nämlcih (wohl wissend dass das nicht zwingend der Wahrheit entsprechen msus :whistling: ) die Vorstellung einer singenden Stammtischrunde *schäm*



Habt ihr in Afrika usw. auch afrikanische LIeder gesungen, wenn ja, was?

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Montag, 9. November 2009, 21:45

Also, das ist so..

die Vorstellung einer singenden Stammtischrunde *schäm*

Habt ihr in Afrika usw. auch afrikanische LIeder gesungen, wenn ja, was?


Es wäre unredlich zu behaupten, wir würden nicht auch feiern. Nach den Proben sitzen die meisten noch zusammen, diskutieren, essen ein Brötchen, trinken etwas (ein Bier, ein Wein, eine Cola, ein Wasser..). Das gehört auch dazu. Aber wir sind fast alle Autofahrer und so hat der Wein und das Bier Grenzen. Wir proben ja auch in der Woche und am nächsten Tag muss gearbeitet werde...
Vorher wird aber immer ernsthaft geprobt.
Das Probenprogramm variiert: Entweder werden konkrete Auftritte vorbereitet oder es wird am Repertoire gearbeitet. Die Probe beginnt mit einem gründlichen Einsingen und dann der eigentlichen Probe. Einzelne Sänger, seltener ganze Stimmen oder Gruppen müssen schon vor Beginn zum Chorleiter, um getestet zu werden oder "eingestellt" zu werden.
Während der Probe sind immer weitere Sänger bei der Stimmbildnerin zur Stimm- und Gehörbildung und Gesangsunterricht. -- Ich hoffe, dies gibt Dir eine gute Vorstellung, wie es abläuft.

Afrika: Das ist schwer mit afrikanischer Musik. Was ist das? Die Musik der Schwarzen? Wenn ja, welcher? Der Xhosa, der San, ... ?
Etwas hatten wir aber dennoch im Gepäck und auch etwas mit zurück gebracht: Das Südwesterlied. Eine Liebeserklärung an Namibia (damals als das Lied entstand noch Südwest). Erstaunlicher Weise mochten fast alle Schwarzen, die Deutsch konnten das Lied, weil sie die Beschreibung sehr treffend fanden. Dann die Namibische Nationalhymne.
Außerdem hatten wir auch etwas internationales dabei. Aber hören wollten alle, egal ob schwarz oder weiß, etwas deutsches und wenn es geht etwas aus Berlin.

Zurück nahmen wir den sehr populären Amarula-Song. Ja, hat etwas mit dem Getränk zu tun.

Ich hoffe, ich konnte Deine Frage beantworten.

MfG
Thomas H. Reiche
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Montag, 9. November 2009, 21:58

Südwesterlied und eine Bemerkung..

Hart wie Kameldornholz ist unser Land
Und trocken sind seine Riviere.
Die Klippen, sie sind von der Sonne verbrannt
Und scheu sind im Busch die Tiere.
|: Und sollte man uns fragen:
Was hält euch denn hier fest?
Wir könnten nur sagen:
Wir lieben Südwest! :|

Doch unsre Liebe ist teuer bezahlt
Trotz allem, wir lassen dich nicht
Weil unsere Sorgen überstrahlt
Der Sonne hell leuchtendes Licht.
|: Und sollte man uns fragen:
Was hält euch denn hier fest?
Wir könnten nur sagen:
Wir lieben Südwest! :|

Und kommst du selber in unser Land
Und hast seine Weiten gesehen
Und hat unsre Sonne ins Herz dir gebrannt
Dann kannst du nicht wieder gehen.
|: Und sollte man dich fragen:
Was hält dich denn hier fest?
Du könntest nur sagen:
Ich liebe Südwest! :|


Vielleicht denkt jetzt mancher, der lügt, wenn er sagt, auch die Schwarzen mögen das Lied. Oder, der hat nur mit eingeschüchterten Schwarzen gesprochen.
Beides: Nein!
Die mit denen ich darüber sprach und andere Musik, Politik, ihr Leben, waren selbstbewusst, sprachen mehrere Sprachen. Sie arbeiteten als Lehrer, in der Verwaltung, waren Ratsfrauen, Pressesprecherinnen, Handwerker, Studenten. Zum Teil jung (vielleicht 20 bis 30, natürlich auch älter) und sehr an Geschichte und Politik interessiert.
Sie differenzierten sehr wohl, was das Lied mal war, ein Koloniallied, und was es heute für sie ist, nämlich die Beschreibung der rauen, kargen Schönheit des Landes.

Thomas H. Reiche
Thomas H. Reiche; 1. Bass

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Mittwoch, 2. Dezember 2009, 23:06

weiter was aus unserer Geschichte:

Zeitraum 1918 ... 1938

Der 1. Weltkrieg forderte auch von der Berliner Liedertafel viele Opfer. Nach Kriegsende nahm – stark geschwächt, aber mit viel Begeisterung – der Chor die Arbeit wieder auf. Schon bald ging es wieder auf Konzertreise: 1920 nach Süddeutschland und Tirol, 1921 ins Rheinland und an die Saar. Die Konzertsäle waren überfüllt. Spaltenlange Zeitungsberichte legten Zeugnis von den hohen Leistungen ab.

1924 bezog die Berliner Liedertafel ein ehemaliges Offizierskasino in Berlin-Kreuzberg, in dem sich bis auf den heutigen Tag das Chorleben abspielt. Das heutige „Nachbarschaftshaus Urbanstraße“ ist das „Heim der BL“.

Auch in den zwanziger und ersten dreißiger Jahren gab es ein reiches Konzertleben in großen Berliner Sälen. So wurden zwei Festkonzerte in der Berliner Philharmonie zusammen mit dem Philharmonischen Orchester Berlin unter Leitung des damaligen Chordirektors Friedrich Jung hochgerühmt. Anlass war das 50. Jubiläum des Chores.

Im Jahre 1938 ging es zum zweiten Mal auf eine große Chorreise nach Italien. Danach war die Chorarbeit durch den 2. Weltkrieg zwangsläufig stark beeinträchtigt.
Thomas H. Reiche; 1. Bass

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Mittwoch, 2. Dezember 2009, 23:08

und was passierte dann?

Zeitraum 1945 ... 1960

Nur zögerlich fand sich der Chor nach Kriegsende wieder zusammen. Das erste Konzert fand im November 1946 in der überfüllten Stadtmission-Kirche am Südstern vor 2000 Zuhörern statt.

Der „Tagesspiegel“ schrieb damals: „Es ist überaus erfreulich festzustellen, welchen künstlerischen Stand die Liedertafel bereits im ersten halben Jahr ihrer „Wiederbelebung“ erarbeitet hat..., sie zeichnet sich durch voll wandlungsfähigen Chorklang aus, ... zumal auch das Stimmenmaterial überraschend gut ist“.

Anfang Dezember 1946 trat unser heutiger Ehrenpräsident, Gerhard Rost, der BL bei.

Die erste Konzertreise nach dem Krieg wurde intensiv vorbereitet und mit viel Erfolg durchgeführt: 1951 ging es nach Mainz, Saarbrücken, Koblenz und Köln. Die Teilnehmer reisten durch zum Teil noch schwerst beschädigte Städte, aber immer war der Empfang der Berliner Sänger sehr herzlich.

Höhepunkte des Jubiläumsjahres 1959 „75 Jahre Berliner Liedertafel“ waren ein Festkonzert am 30. Oktober 1959 in der Berliner Philharmonie mit anschließendem Empfang des Senats für die Berliner Liedertafel und ihre Ehrengäste. Gekrönt wurde dieses Ereignis mit einem Festball im Hilton Berlin.

Die nächste Konzertreise führte die Berliner Liedertafel 1960 nach Mannheim, Straßburg, Bern, Basel, Liechtenstein, Innsbruck und Kronach.
Thomas H. Reiche; 1. Bass

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Mittwoch, 2. Dezember 2009, 23:12

und nun? ...

Zeitraum 1961 ... 1980

Ein schwarzer Tag in der Geschichte unseres Volkes und ein ebensolcher in der Chorgeschichte war der 13. August 1961, dem Tag des Mauerbaus. Auch die Berliner Liedertafel wurde von den Auswirkungen der gewaltsamen Teilung der Stadt schwer getroffen. 34 Sänger und fördernde Mitglieder waren von einem auf den anderen Tag vom Leben der Chorgemeinschaft getrennt.

Es kostete große Anstrengungen und dauerte einige Jahre, bis die BL die Mitgliederzahl wieder aufstockt hatte. Nun konnte man auch an die nächste Reise denken. 1967 flog der Chor mit insgesamt 167 Personen, davon 120 Sänger, in die USA. Von New York ging es mit Bussen durch den Osten der USA. Eine großartige, vom damaligen Reiseausschuss gut vor- und nachbereitete Reise, eine Reihe von wunderbaren Erfolgserlebnissen!

Der Berlin-Besuch der TOKYO LIEDERTAFEL im Jahre 1968 war einer der Zündfunken für die Berliner Sänger, an der Umsetzung der Einladung nach Japan ernsthaft zu arbeiten. Davor jedoch reiste der Chor Anfang der 70er Jahre nach Paris und 1976 unter dem Motto „Mit Sängergruß von Fluss zu Fluss“ nach Prag, Wien, Budapest, Graz, Innsbruck.

Danach konzentrierte sich alles auf die bisher größte Konzertreise des Chores, die im März 1980 endlich realisiert werden konnte: Japan! Nach knapp 30-stündigem Flug landete die große Reisegesellschaft in Tokio, herzlichst von den Japanern begrüßt. Stationen im Land: Tokio, Odawara, Nagoya, Osaka, Hiroshima und Fukuoka mit insgesamt acht Konzerten. Das Musikprogramm umfasste deutsche und japanische Volkslieder, Chöre von Franz Schubert, Richard Wagner, Carl-Maria von Weber, Johann Strauß – und Prof. Dr. Heinrich Poos, Ehrenmitglied der BL. Letzterer schuf ein Werk, das immer im Mittelpunkt der Konzerte stand: “Zeichen am Weg“, mit japanischen, deutschen und lateinischen Textpassagen. Diese Komposition widmete Poos der Berliner Liedertafel und ihrem Dirigenten Dr. Marek Bobeth. Eine unbeschreiblich eindrucksvolle und wertvolle Zeit lag hinter den Sängern aus Berlin!

Zeitraum 1984 ... heute

1984 beging der Chor sein besonderes Fest: „100 Jahre Berliner Liedertafel“. Auf dem Programm stand wiederum ein großes Festkonzert in der Philharmonie mit der Uraufführung preisgekrönter Werke aus einem eigens durchgeführten Kompositionswettbewerb sowie Werken von Franz Schubert, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Heinrich Poos.

Vom Beginn der Arbeit des Chores war es seine Absicht, die ganze Vielfalt der Männerchorliteratur zu berücksichtigen und in seinen Werken vorzustellen. Namhafte Dirigenten, unter ihnen der Begründer Adolf Zander, Max Wiedemann, Friedrich Jung, Karl Schmidt, Marek Bobeth, Wolfgang Wedel und Friedrich Rechenberg, haben, unterstützt von begeisterungsfähigen und sehr einsatzwilligen Sängern der Berliner Liedertafel, dem Chor im In- und Ausland Ansehen und Anerkennung verschafft.

Die in mehr als 120 Jahren durchgeführten Konzertreisen nach Frankreich, Österreich, Italien, Skandinavien, Russland, Ägypten, ins Baltikum, in die USA, nach Kanada und Japan wurden zu den Höhepunkten in der Geschichte des Chores.

Nach einer wunderschönen „Jubiläumsreise“ nach Italien im Frühjahr 1999 (100 Jahre nach der ersten Italienreise) fand in der BL ein reibungsloser Wechsel in Chorleitung und Vereinsführung statt. Dabei galt es dem Umstand Rechnung zu tragen, dass auch die Berliner Liedertafel erhebliche Nachwuchssorgen drücken. Durch Kooperation mit anderen Männerchören, aber auch durch Umstellung des Repertoires, dem Bilden neuer, kleinerer Formationen und mehr Dynamik bei den Auftritten wird versucht, die Freude am Männerchorgesang und am gemeinsamen Musizieren aufrecht zu erhalten und neu zu beleben.

Der neue Vorstand hat sich auch hinsichtlich der Chorreisen der Traditionen der BL nicht verschlossen. Im Frühjahr 2007 stand eine 14-tägige Chorreise nach Namibia und Südafrika auf dem Programm; ein großartiges Erlebnis für alle Beteiligten.

Mit verstärktem Chor nahmen wir Mitte des Jahres 2008 erfolgreich am Chorfest in Bremen teil und veranstalteten gemeinsam mit einem befreundeten Chor ein Sommerkonzert mit anschließendem Sommerfest. Highlight des Jahres war der Besuch bei Bundespräsident Dr. Horst Köhler am 05.12.2008 im Schloss Bellevue. Dort sangen wir für unser Staatsoberhaupt und zum Schluss des Besuchs gemeinsam mit ihm. Unter dem nachfolgenden Link kann man den Auftritt ansehen:http://tinyurl.com/lp89rw.

Das Jahr 2009 steht weitgehend im Zeichen des 125-jährigen Vereinsjubiläums, das wir gemeinsam mit anderen Chören am 27.06.2009 mit einem Festkonzert in der Heilig-Kreuz-Kirche in Kreuzberg feierlich begehen.

Und für das Jahr 2010 haben wir ein besonderes Highlight in Planung: Wir machen eine Chorreise nach Japan! Hierfür sind Sänger aus anderen Chören herzlich willkommen. Wer Interesse hat, melde sich bitte über die Kontaktseite.
Thomas H. Reiche; 1. Bass

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Samstag, 20. Februar 2010, 21:46

Facebook

Die BL gibt's nun auch bei Facebook.
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Montag, 22. Februar 2010, 21:28

Bringt das etwas?

Die BL gibt's nun auch bei Facebook.

8| Ich bin da nicht so drin, vielleicht zu alt.. :cursing:
Aber bringt so etwas was? X(
Ihr habt eine Homepage... Ihr habt mail. Dann natürlich Adresse und den Merker. :huh: Macht es da Sinn auch noch bei Facebook zu dein?
:P Was sind überhaupt die Vorteile von sowas? Bringt es neue Sänger, Mitglieder? ?(

Micha

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Freitag, 26. Februar 2010, 21:20

Web 2.0

Wo fange ich da an...

Genau, wie die Darstellung hier im Forum, ist es ein erweiterter Weg für den Chor zu werben, ihn bekannter zu machen und (!) die Kommunikation zwischen den Sängern, Förderern zu verbessern und zu erleichtern.

Eigentlich nicht mehr und nicht weniger.

Bis jetzt hat es mir einen persönlicheren Kontakt zu jemanden hier aus dem Forum gebracht. Ein paar Leute nutzen die Möglichkeit schon und schauen mal hin. Ist ein kleiner Anfang, aber ich denke auch der muss gemacht werden, genau wie hier.

Wenn sich etwas tut, werde ich berichten. Alle aus dem Forum sind herzlichst eingeladen Kontakt zu uns aufzunehmen. Ihr findet uns als Berliner Liedertafel 1884 e.V. auf Facebook.
Das soll die Kommunikation hier nicht ersetzen, nur ergänzen, genau wie die HP nur eine kurze Darstellung unserer Aktivitäten liefert, der "Merker" dies ausführlich tut und auch vielleicht nochmal einem etwas höherem Niveau...

In dem Sinne

Thomas H. Reiche
Thomas H. Reiche; 1. Bass

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Heiko

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Samstag, 27. Februar 2010, 17:30

Hallo zusammen,

letztendlich ist es doch sehr interessant wenn die verschiedensten Möglichkeiten im Netz genutzt werden.

Facebook ist mal eine Idee - hatt ich bisher noch nicht drüber nachgedacht ..
(Aber noch mehr Dinge im Netz pflegen ... ;( )
--
Schöne Grüße, Heiko

MGV1853 - 1. Bass
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Sonntag, 7. März 2010, 23:00

Probiert Google

Bei der Eingabe von:

"Berliner Liedertafel facebook" erhaltet ihr folgendes Ergebnis (unter vielen anderen, aber ziemlich weit vorn):


Berliner Liedertafel 1884 e.V. | Facebook
Willkommen auf der offiziellen Facebook-Seite von Berliner Liedertafel 1884 eV Erhalte exklusive Inhalte und interagiere mit Berliner Liedertafel 1884 eV ...
de-de.facebook.com/.../Berliner-Liedertafel.../24522217037

So könnt Ihr mal sehen, was da passiert...
Wenn es Euch gefällt und Ihr bei Facebook seid, dann könnt Ihr gerne ein "Fan§ werden. Bei Facebook nennt sich das Fan, obwohl hier Freund oder Interessierte(r) besser wäre.
Die Anmeldung ist leicht --> dann kann man auch ein Fan werden. Vorteil?:

Schnelle Information über Neuigkeiten, Fotos. Kontakt zu anderen rund um die BL, einfache Kommunikation.. Wichtige Neuigkeiten auf die Anmeldungsemail...

Wir freuen uns auf jeden von Euch!

MfG

Thomas H. Reiche
Thomas H. Reiche; 1. Bass

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Sonntag, 28. März 2010, 22:57

Auf Facebook..

Auf der Fascebookseite sind zwei Titel jetzt als Hörprobe eingestellt.

Beides sind Kompositionen unseres Dirigenten Vincent S. Schmelter (Jaufmann), die er der Liedertafel bzw. unseren Gastchören in Japan gewidmet hat.

Es sind nur Probeaufnahmen. Sie sind mit einfachen Mitteln aufgenommen und in der sehr hallenden Akustik des großen Saals. Daher ist die Qualität begrenzt. Aber es kann Euch einen guten Eindruck geben, wie wir gearbeitet haben.
Es handelt sich um Furusato (Heimat), ein bekanntes Lied in Japan in einem neuen Satz und dem "Gassenhauer" Bolle (reiste jüngst zu Pfingsten..).
Viel Freude damit!!
Thomas H. Reiche; 1. Bass

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